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Die Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG)

Wie wird man eigentlich Berufskraftfahrer?

Ganz einfach, man macht eine Ausbildung über 3 Jahre und wird nach einer Prüfung bei der IHK anschließend der Berufskraftfahrer.

Oder man macht einfach einen Führerschein und ist dann Kraftfahrer.

Seit 1973 gibt es den staatlich anerkannten Berufskraftfahrer in Deutschland.

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die Vermittlung der folgenden Tätigkeiten und Kenntnisse:

Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
Umweltschutz
Kontrollieren, Warten und Pflegen der Fahrzeuge
Vorbereiten und Durchführen der Beförderung
Verkehrssicherheit, Führen von Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen
Rechtsvorschriften im Straßenverkehr
Kundenorientiertes Verhalten
Verhalten nach Unfällen und Zwischenfällen
Betriebliche Planung und Logistik
Beförderungsbezogene Kostenrechnung und Vertragsabwicklung
Qualitätssichernde Maßnahmen
Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Berufskraftfahrer

Das ist zuerst einmal der Unterschied zu dem, der in der Fahrschule einen Führerschein bestanden hat, sich ohne diese Kenntnisse an das Lenkrad eines Lkw setzt und damit genau so viel Geld verdient wie jemand, der eine 3-jährige Ausbildung gemacht hat.

Leider hat der ausgebildete Berufskraftfahrer in der Regel nicht nur keine finanziellen Vorteile durch seine Ausbildung, sondern den Nachteil, dass er in der Öffentlichkeit genauso unqualifiziert erscheint wie der Fahrer, der nur mit seinem Führerschein diesen Beruf ausüben darf.

Wen wundert es also, dass sich kaum jemand dafür entscheidet, diese Ausbildung zu durchlaufen?

Für einen Quereinsteiger, der nicht durch die Arbeitsagentur gefördert wird, ist eine zweijährige Umschulung zum Berufskraftfahrer auch nicht interessant, da er dadurch keine Vorteile hat.

Ob die EU diesen Umstand nun erkannt hat oder aufgrund der mittlerweile sehr komplexen Gesetze und Vorschriften eine Qualifizierung des Fahrers für erforderlich hält, lassen wir mal außen vor.

Da also kaum jemand sich für die zeitintensive Ausbildung entscheidet, hat die EU mit der Richtlinie 2018/645 einen Mindeststandard für den Berufskraftfahrer festgelegt, den Deutschland im BKrFQG umgesetzt hat.

Was hat sich dadurch geändert?

Jeder, der gewerblich im Güterkraftverkehr fahren möchte und seinen Führerschein nach dem 09.09.2009 erworben hat, muss mindestens eine Ausbildung von 130 Stunden Theorie und 10 Stunden Praxis absolvieren.

Alle, die vor dem 09.09.2009 ihre Fahrerlaubnis erworben haben, fallen unter den Besitzstand und haben diese Qualifikation automatisch.

Egal ob mit Besitzstand oder Grundqualifikation, alle müssen mindestens 35 Stunden in 5 Jahren zur Weiterbildung, um weiterhin gewerblich fahren zu dürfen.

Mit dieser Regelung hat die EU dem "Kraftfahrer" eine Qualifikation gegeben und den ungelernten zu einem qualifizierten Fahrer gemacht, der auch qualifiziert bezahlt werden könnte, ohne eine 3-jährige Ausbildung absolvieren zu müssen.

Was macht der Fahrer?
Statt sich darüber zu freuen, empfindet er die Weiterbildung als Geldmacherei und überflüssig.

Zugegeben, in den Weiterbildungen wurden Themengebiete zusammengefasst, die nicht jeden Fahrer ansprechen, schließlich sitzt vom Fahrer für Müllfahrzeuge über Fahrer von Tiertransporten bis zu Fahrern von Stückgütern jeder in dieser Weiterbildung, so können nicht immer alle Themen für jeden interessant sein oder für hilfreich gehalten werden.

In den Jahren, in denen ich Weiterbildungen durchgeführt habe, war ich sehr erstaunt, wie viel Wissen, das ich als Standard betrachtet hatte, nicht vorhanden war.

Um so mehr wundert mich die Forderungen des BGL an die Politik:
Vereinfachung Berufskraftfahrerqualifikation: keine Weiterbildungsmaßnahmen
für erfahrene Fahrer ab 10 Jahren Berufserfahrung; vorübergehenden
Berufszugang für flexiblen Einsatz von Aushilfskräften zulassen.




Gerade diese Fahrer benötigen die Weiterbildung!

Ansichtssache!
Wenn die Weiterbildung sowohl durch den Fahrer als auch durch das Unternehmen als lästige Pflicht gesehen wird, bringt sie außer dem Imagegewinn in der Öffentlichkeit keinen Vorteil. Wird sie aber ernst genommen und auf einen qualitativ hochwertige Durchführung geachtet, wertet sie den Beruf nicht nur auf, sondern bringt den Fahrer und das Unternehmen weiter.


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