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15 Stunden sind die Regel?

Welche Arbeitsbelastung hat der Kraftfahrer wirklich?

In der Theorie ist das relativ einfach zu beantworten:

Arbeitszeitgesetz: 48 Wochenstunden im Durchschnitt.
561/2006: 45 Stunden in der Woche im Durchschnitt.

Und am Tag begrenzt die Schichtzeit ihn bei einer möglichen 6 Tageswoche auf 13 und 3 Mal in dieser Woche auf 15 Stunden.

Ohne jetzt auf die mehr oder weniger komplizierten Ausgleichs- und Sonderreglungen eingehen zu wollen, die Schichtzeit umfasst alle Tätigkeiten, die der Kraftfahrer an einem Tag leistet.

Also:
Pause, Arbeiten, Bereitschaft und Lenken.

Die Lenkzeit ist auch festgelegt, sodass er theoretisch nur 9 Stunden und 2 Mal in der Woche 10 Stunden lenken kann.

Dabei muss er mit einer Lenkzeit von 9 Stunden 45 Minuten Pause machen und bei einer Lenkzeit von 10 Stunden 90 Minuten.

Da das Arbeitszeitgesetz ihn aber bei 10 Arbeitsstunden begrenzt (Lenken ist Arbeitszeit), könnte er an diesem Tag weder sein Fahrzeug auf die Verkehrssicherheit kontrollieren (gesetzlich und von der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben) oder beim Kunden den Papierkram erledigen und schon gar nicht Lade- oder Ladungssicherungstätigkeiten ausführen.

Wie das dennoch funktioniert, ist doch relativ einfach, die Verkehrssicherheit lassen wir an mindestens zwei Tagen einfach mal weg, da ich beim Be- und Entladen Bewegung habe, kann ich das auch mal auf dem Gerät als Pause deklarieren, Papierkram ist ja eigentlich auch keine Arbeit.

Was glaubt der Verfasser dieser Arbeitsschutzgesetze, die ja eigentlich sehr viel Sinn ergeben, wie es in der Praxis laufen muss, damit im Rahmen der Gesetze bzw. der Angaben, die der Fahrer macht, damit sie eingehalten werden die Logistik funktioniert?

Und zahlt der Unternehmer eigentlich die Arbeitszeiten in der Pause?
Ist der Arbeitnehmer in seiner Pause über die gesetzliche Unfallversicherung bei einem Arbeitsunfall versichert?

Schlimmer finde ich, dass der Kraftfahrer dieses Spiel einfach mitmacht, ohne sich einmal auszurechnen, wie viel Geld er für seine Arbeitspausen am Tag denn wirklich verdient hat.

Bei der Arbeitsbelastung sind nicht einmal der Stress wegen fehlender Parkplätze, Terminmanagement beim Kunden, Kontrollen durch die Polizei und Stau auf den Autobahnen eingerechnet.

Und zu guter Letzt braucht keiner die Unfälle und die Toten am Stauende nur auf die Ablenkung während der Fahrt zu schieben, das ganze System sollte von allen Seiten einmal betrachtet werden.

Wer soll es den Berufseinsteigern verdenken, wenn Sie nach einer kurzen Zeit als Kraftfahrer merken, dass hier einiges nicht passt und den Beruf nicht ausüben wollen.

Ich frage mich, ob der Gesetzgeber wirklich so ahnungslos ist oder eine gute Mine zum bösen Spiel gemacht wird, um den Warenfluss zu einem günstigen Preis in Gang zu halten.

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