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Es fehlen Kraftfahrer oder werden Berufskraftfahrer gesucht?

In diesem Blog möchte ich der Frage auf den Grund gehen, was, warum und wer daran Schuld hat, dass sich ein Fahrermangel auch in Deutschland abzeichnet und wie man diese Umstände so ändern könnte, dass wir nicht in eine Unterversorgung im Güterverkehr kommen.

Eigentlich ist das Thema Fahrermangel seit der "Wirtschaftskriese" 2009 schon bekannt.

In der Krise wurden durch die Arbeitsagenturen Unmengen an Geld in die Umschulung zum "EU-Berufskraftfahrer investiert.

Die Politik hat Maßnahmen zur Beseitigung der Problematik im "Aktionsplan Güterverkehr und Logistik –
Logistikinitiative für Deutschland" von 2010 angekündigt.

Aktionsplan 2010

Interessant wird es in dem Dokument ab Kapitel 5 Dokumentenseite 40.

Schauen wir uns die politischen Bestrebungen etwas genauer an und lesen wir zwischen den Zeilen, können wir bereits sehr leicht erkennen, wie wichtig der Politik die selbst auferlegten Ziele gewesen sind. Wir haben jetzt Ende 2021 und können erkennen, was aus dem Papier wirklich umgesetzt wurde:

A. Mehr Parkflächen für Lkw an Bundesautobahnen
B. Erhöhung der Sicherheit im Straßengüterverkehr durch eine verstärkte Durchsetzung der Sozialvorschriften
C. Förderung der Aus- und Weiterbildung im Bereich Logistik
D. Auswertung der Arbeitsbedingungen in Güterverkehr und Logistik

Die Coronakrise hat uns gezeigt, wie wichtig es für die Fahrer ist, die Politik auf sich aufmerksam zu machen. Nachdem Raststätten einfach geschlossen wurden und die Grundbedürfnisse der Fahrer nicht mehr erfüllt wurden, standen viele Fahrer kurz vor der Explosion. Erst dann hat sich unser Verkehrsminister wohl oder übel dem Problem annehmen müssen und für Toiletten, Duschen und Essen für die Berufskraftfahrer gesorgt.

Denkt mal über die Stellung des Fahrpersonals bei der Politik nach!

Warum hat sich der Fahrpersonalmangel in Deutschland noch nicht zu einem wirklichen Problem entwickelt?

Weil wir durch im Verhältnis zu anderen EU-Ländern eine ausreichende Bezahlung geboten haben, sodass wir die Möglichkeit hatten, das Fahrpersonal aus dem Ausland zu rekrutieren?

Weil viele deutsche Firmen ihr Problem durch die Sparmaßnahmen in das Ausland verlegt haben?

Gründe dafür gibt es bestimmt einige, wie lange das noch gut gehen wird ist allerdings fraglich.



Spesen sind kein Lohn.

Unterhält man sich über den Verdienst, kommt schnell das Thema Spesen auf den Tisch.

Die Frage für den Arbeitnehmer ist in der Regel völlig legitim, wie viel Geld habe ich am Monatsende auf meinem Konto nicht wo kommt es her.

Also rechnen die meisten ihre 14 bzw. 28 Euro (Stand 2021) täglich zum Verdienst hinzu.

Aber was genau sind denn Spesen?

Spesen heißen Verpflegungsmehraufwendungen und sind für Essen und Getränke in Gaststätten, Übernachtungs- und Reisenebenkosten, Gebühren für Toiletten- und Duschräume oder auch Park, Maut, Taxi und Telefongebühren.

Diese können vom Arbeitgeber pauschal erstattet werden.

Rechnet man sich einmal einen Monat aus, wie viel Geld man für diese Mehraufwendungen ausgeben muss, landen tatsächlich nicht die vollen Beträge am Ende des Monats auf dem Konto.

Weiterhin sollte man daran denken, dass die Spesen nur bezahlt werden, wenn man auch arbeitet.

Bei Krankheit und Urlaub fallen diese Beträge weg.

Warum arbeiten eigentlich so viele Rentner noch als Kraftfahrer, statt am Meer zu liegen oder Städtereisen ohne Lkw zu machen?

Richtig! Die Spesen werden auch nicht bei der Rentenhöhe berücksichtigt.

Junge Menschen denken in der Regel aber nicht über ihre Rentenhöhe nach, wenn sie dann aber ansteht, wundern sich viele, warum bei so viel Auszahlung von monatlichem Geld die Rente so gering ausfällt.

Also sollte man bei der Auswahl seiner Arbeitsstelle daran denken, der Lohn ist für die Arbeit, die Spesen sind für die Mehraufwendungen, die ich dadurch bestreiten kann.